*Wir behalten uns vor, Artikel mit beleidigendem, sexistischen, rassistischen oder rechtswidrigen Inhalt nicht zu veröffentlichen.

Etwas mehr Mut für Bern
 
In Bern werden zurzeit mehrere städtebaulich zukunftsweisende Ideen diskutiert. Da wäre als erstes die kürzlich lancierte Initiative Fussgängerzone statt Tramwand. Sie will sowohl Markt- als auch Spitalgasse in eine Fussgängerzone umwandeln und den öffentlichen Verkehr anderweitig durch die Innenstadt führen. Als zweites ist das Projekt Waldstadt Bremer zu nennen. Durch teilweise Überdeckung der Autobahn A1 soll Bern mit einem neuen Quartier in den nahen Bremgartenwald erweitert werden. Damit würde moderner Wohnraum für 6000 bis 8000 Menschen geschaffen. Als drittes kann die Erweiterung des Hauptbahnhofs Bern genannt werden. Durch einen Ausbau der Kapazitäten soll Raum für mehr Pendler und Touristen geschaffen werden.
 
Die genannten Ideen haben zwei Gemeinsamkeiten. Erstens übersteigen sie den Planungshorizont des handelsüblichen Politikers, schliesslich dauert die Realisierung der Ideen wesentlich länger als vier Jahre. Zweitens sind in Bern für solche Ideen schnell Kritiker gefunden. Gerne wird moniert, eine Fussgängerzone Markt- und Spitalgasse, eine Waldstadt Bremer oder ein Ausbau unseres Hauptbahnhofs sei technisch nicht machbar, zu teuer und überhaupt schlicht unrealistisch. In Bern debattieren die Verantwortlichen allzu gerne über Hindernisse und Risiken, die Chancen werden fast gänzlich ausgeblendet.
 
Dies ist äusserst bedauernswert. Denn wir leben in einer tollen Stadt, welcher etwas mehr Mut und Innovationsfreudigkeit gut anstehen würde. Eine Fussgängerzone in Berns Hauptgassen würde die Innenstadt weiter aufwerten und Passanten sowie Touristen zum Verweilen einladen. Ein in den Bremgartenwald integriertes Quartier würde nicht nur dringend benötigten Wohnraum schaffen, sondern als Pionierprojekt auch weit über Bern hinausstrahlen. Ein modern ausgebauter Hauptbahnhof schliesslich würde der gesamten Region wirtschaftliche Impulse verleihen.
 
Hätten unsere Vorfahren jedes städtebauliche Projekt von Beginn weg mit Kritik zerzaust, würden heute wohl weder die Kirchenfeldbrücke, das Münster noch das Bundeshaus stehen. Also: Halten wir uns an unsere Vorfahren und zeigen punkto Stadtentwicklung wieder etwas mehr Mut!

 

 

 

nulleins kommunikationsdesign | System by cms box | Login